Ein fremder Kontinent, eine neue Stadt und eine andere Sprache. Für Kristina Neuenfeld (17), Schülerin am Freiherr vom Stein Gymnasium in Hamm, begann Mitte Juli ein Ausflug in ein anderes Leben. Santiago de Chile lautete ihr Ziel. Mehr als fünf Millionen Einwohner leben dort, im Knotenpunkt für Wirtschaft, Kultur und Bildung. Während in Hamm die Sonne lachte und der Sommer sich von seiner besten Seite zeigte, war es kalt in Chile. „Genau an dem Tag, an dem ich in Chile ankam begannen die Winterferien. Circa acht Grad täglich, also nicht annähernd so kalt wie ein deutscher Winter, aber eben doch kühl.“, erzählt Kristina. Glück hatte sie mit ihrem Gastvater, der perfekt Deutsch sprach. „Da habe ich mich dann nicht ganz so verloren gefühlt, in dem spanischen Durcheinander.“ Ende der ersten Ferienwoche ging es für Kristina und ihre Gastfamilie zu den Gastgroßeltern nach Viña und Valparíso. Von der Großstadt raus ans Meer. Das waren auch für Kristina die perfekten Bedingungen, um auch andere wunderschöne Orte zu entdecken und kennenzulernen.
Kennen lernen durfte sie auch viele Freundinnen ihrer Gastschwester Vicenta (18), die es ihr ermöglichten sich mehr und mehr der spanischen Sprache zu widmen und diese zu verstehen. Wieder zurück in Santigo musste nun auch eine Schuluniform her. Strumpfhosen, Blusen und Schuhe mussten gekauft werden, ein Kleid gab es von einer Freundin. „Ich war in der deutschen Ursulinenschule untergebracht und wir sollten natürlich möglichst viel von der Schule sehen und den Unterricht besuchen. Einige Unterrichtsräume hatten aber gar keine Heizung und die Außentemperaturen waren lange nicht so, wie am Meer. In den Pausen waren wir daher meistens in der Bibliothek, einer der wenigen Räume mit Heizung.“, berichtet die Hammerin.
Nach ihrer Meinung sind die Leute in Chile das Beste. „Sie sind offen, nett, lieb, kommen auf jemanden zu und sind sehr herzlich. Sie haben gehört, dass ich aus Deutschland kam und kamen zu mir und unterhielten sich mit mir.“ Nicht gefallen haben ihr die nicht gegeben Freiheiten. „In Deutschland stehen die Schulen offen und man kann eigentlich kommen und gehen wann man möchte. In Chile sind die Schulen durch Tore begrenzt und die werden erst nach Unterrichtsende, also um vier Uhr nachmittags geöffnet. Wer vorher gehen will benötigt eine Erlaubnis der Schulleitung.“ Anders für sie waren auch die vielen Vorträge und Konzerte für Schüler. Auch Partys sind in Chile anders, zumindest wenn es ums Tanzen geht. „In Chile wird man noch von einem Jungen zum tanzen aufgefordert und man tanzt auch viel mehr zusammen. Das erinnert mich etwas an meine Zeit in der Tanzschule.“, muss Kristina schmunzelnd zugeben.
Vermisst hat sie jedoch bis auf die mangelnde Freiheiten mal kurz von A nach B zu gehen nichts. „Ich will unbedingt noch mal nach Chile.“, sagt sie fast schon aufgeregt. Für sie gibt es dort noch vieles zu entdecken, was ihr bis jetzt verborgen blieb.